
voestalpine erzeugt Stahl und verarbeitet ihn gleich weiter. Weichen, über die europäische Züge rollen. Werkzeugstahl, mit dem andere Hersteller ihre Teile pressen. Karosserieteile für die Automobilindustrie. Rund 48.800 Mitarbeitende gehören zum Konzern, verteilt auf etwa 500 Gesellschaften und Standorte in rund 50 Ländern, der Sitz liegt in Linz.
Das Geschäft ist in vier Divisionen gegliedert. In Linz entsteht in der Steel Division Bandstahl, der später in Autotüren, Haushaltsgeräten und Bauteilen steckt; in Donawitz erzeugt die Metal Engineering Division Schienen und Weichen. Bei Bahninfrastruktursystemen, Werkzeugstahl und Spezialprofilen bezeichnet sich der Konzern selbst als Weltmarktführer. Dazu kommen Kunden aus der Luftfahrt und der Energiewirtschaft. Wer hier einsteigt, arbeitet also selten nur für den heimischen Markt.
Das Fundament ist solide gebaut. Im Geschäftsjahr 2025/26, das Ende März 2026 endete, setzte der Konzern 15,1 Milliarden Euro um und erwirtschaftete ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 1,5 Milliarden Euro; nach Steuern blieben 424 Millionen Euro. Die Aktie notiert seit 1995 an der Wiener Börse. Für das laufende Geschäftsjahr stellt der Vorstand ein EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro in Aussicht.
Gerade läuft der größte technische Umbau seit Jahrzehnten. Unter dem Namen greentec steel ersetzt voestalpine in Linz und Donawitz zwei Hochöfen durch Elektrolichtbogenöfen, die ab 2027 laufen sollen und mit rund 1,5 Milliarden Euro budgetiert sind. Rund 2,5 Millionen Tonnen CO2-reduzierter Stahl pro Jahr sollen daraus kommen. Das Unternehmen nennt das Vorhaben Österreichs größtes Klimaschutzprogramm. Für Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Anlagenbau und Instandhaltung bedeutet ein Projekt dieser Größe Arbeit über Jahre hinweg.
Die Berufsbilder reichen weit über den Ofen hinaus. Werkstofftechnikerinnen prüfen Chargen im Labor, Konstrukteure zeichnen Weichenkomponenten, IT-Fachleute betreuen die Steuerungssysteme der Anlagen. Ausgebildet wird im eigenen Haus, und zwar in großem Stil: über 50 Lehrberufe an rund 40 Standorten in Österreich und Deutschland, allein in Österreich in etwa 20 Konzerngesellschaften in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark. Metalltechnik gehört dazu, kaufmännische Lehren ebenso, und auch Berufe aus der IT. Was konzernweit an Gehalt und Zusatzleistungen gilt, veröffentlicht voestalpine nicht gebündelt; das regeln die einzelnen Gesellschaften und Kollektivverträge. Die ersten Chargen aus den neuen Öfen in Linz und Donawitz sind für 2027 geplant.